Net News Express

Samstag, 10. Februar 2018

Digitale Freiheit zurück erlangen - mit Linux als erstem Schritt!



Das Bild oben gehört bald der Vergangenheit an ;o)



Da ich langjähriger Windowsnutzer bin ist mir die ansteigende Datensammel- und Sendewut sowie die "Erziehungsversuche" der Windowsversionen nicht entgangen. Den Vogel schießt dabei Windows 10 ab! Während man uns bei Windows 8 in eine "Kachelwelt" sperren wollte um uns schon mal daran zu gewöhnen per Apps vorsortierte Seiten zu besuchen, wurde uns dann vollkommen kostenfrei das Spionagebetriebssystem Windows 10 untergejubelt. Ein Cloudsystem welches ständige Kommunikation mit Microsoftservern voraussetzt um überhaupt fehlerfrei zu laufen. Sämtliche Tastaturanschläge und Surf-Verläufe werden an Microsoft gesendet und Ihr erlaubt bei der Installation mit einem Häckchen das MS mit Euren Daten machen kann was Microschrott so will. Das "großzügige" Upgradeangebot auf Win 10 ist also eine Spionage-Mogelpackung, welche Ihr mit Euren Daten bezahlt!

Da ich nicht gewillt bin auf Win 8 oder 10 umzusteigen, bleibt mir nur mein altes Windows 7, welches laut Microsoft ab Januar 2020 nicht mehr supportet wird. Also beginne ich ab heute meine digitale Freiheit zurückzugewinnen. Ich kaufe keine Lizenz mehr um ein Betriebssystem auf einem Rechner nutzen zu dürfen! Ich liebe zwar mein Win 7, welches mit mir durch dick und dünn gegangen ist, auch wenn ich es nicht selten im schweiße meines Angesichts vor Viren und anderen Schädlingen verteidigen musste - allerdings will ich in zwei Jahren nicht wie ein Depp vollkommen alternativlos da stehen. Aus diesem Grunde begann ich mich mit Linux anzufreunden. Eine Information hier, eine andere dort, dann hatte mein Sohn plötzlich den ersten Linux-Rechner....so begann mein Entschluss zu reifen.

Da ich nur sehr selten Zocke würde mir ein Verzicht auf das eine oder andere PC-Spiel durch einen Linux-Umstieg auch nicht besonders schwer fallen. Wobei die Macher von Valve bereits die Spieleplattform Steam um eine Linux-Version erweitert haben, damit wird auch der eine oder andere Linux-Rechner (je nach Hardware) Gaming tauglich! Also in die Hände gespuckt und los Leute, macht mit, es gibt nämlich kaum mehr Gründe es nicht zu tun - steigt um. Hier noch ein paar Infos welche zum besseren Verständnis von Linux beitragen und vielleicht auch Unsicherheiten sowie Vorurteile beseitigen.

Linux ist ein offenes Betriebssystem welches von tausenden freier Mitarbeiter ständig erweitert wird. Die Wurzeln von Linux gehen auf das professionelle Unix Betriebssystem zurück, welches durch Richard Stallmans und dem indirekten Namensgeber Linus Torvalds auf den Pfad eines ultrastabilen Betriebssystems für die alltagstaugliche Anwendung gebracht wurde. Bereits 1991 begann Torvalds mit der Programmierung des Kernel und ist heute noch die treibende Kraft der Linux Weiterentwicklung. Jeder von Euch kennt bestimmt den Spruch "Wenn Du was richtig machen willst, mach es selbst" oder?! Genau mit diesem Prinzip erreicht Linux seine einzigartige Klasse. Wenn Fachleute in ihrer Freizeit damit beschäftigt sind Privat ein berufsnahes Projekt zu verwirklichen, dann wird meist nicht gekleckert, sondern geklotzt - das Beste oder nichts! Zahlreiche Studien belegen das Arbeit in der Freizeit das beste Ergebnis liefert! Genau so läuft es bei Linux, frei von allen Zwängen können die besten und nicht die wirtschaftlichsten Lösungen gewählt werden. Nicht umsonst hört man ständig von Linux Usern welche über Jahre nicht einen einzigen Systemabsturz hatten!

Viren und Trojaner sind unter Linux nicht lauffähig, da der User jede Software erst mit einem Ausführungsbit versehen bzw. diese zulassen muss damit sie läuft - und ein User der bei vollem Bewusstsein ein ihm unbekanntes Programm lauffähig macht, wäre sein Unglück selber Schuld! Die unbemerkte Autoinstallation eines unbekannten Programmes ist unter Linux im Gegensatz zu Windows NICHT möglich!

Urheberrechtlich Geschützt wird Linux durch ein einzigartiges "Urheberlinks-System" in dem das Urheberrecht auf den Kopf gestellt wird. Jeder der Linux benutzt oder umprogrammieren will akzeptiert die sogenannte GNU/GPL (General Public License) und verpflichtet sich hiermit alle Veränderungen die Linux oder andere Open Source Programme betreffen der Öffentlichkeit zur freien Verfügung zu stellen. So kann niemand z.B. Linux Fortschritte für sich behalten um Vorteile daraus zu ziehen. Die Vorteile allerdings kommen so der Allgemeinheit zu gute. Und beruhigend für alle Netzkapitalisten sei hinzugefügt das (sollte einmal jemand geklautes Material einer Softwareschmiede in Linux verwenden) ein Urheberrechtsverstoß durch den offenen Linux Quellcode jederzeit nachweisbar wäre. Also handelt es sich bei der GNU/GPL Lizenz um eine geniale Win-win-Situation für die Open Source Gemeinde sowie für gewinnorientierte Unternehmen.

Da ich Linux Anfänger bin und ziemlich komplexe und weitreichende Anwendungen auf meinem Windoof-Rechner beherberge, muss ich allerdings eine Weile zweigleisig fahren, bis ich alles auf dem neuen Linux-Lechner lauffähig habe - Aber Redundanz hat bekanntlicher weise noch niemals geschadet. So hoffe ich durch Lernen und die mir noch innewohnende Windows 7 "Sicherheit" einen schmerzlosen Linux Umstieg zu realisieren.

Die Freiheit welche Open Source Projekte bieten ist nicht als kostenloses Buffet zu sehen, sondern als ein hohes Gut von allgemeinem Mehrwert der hin und wieder auch mal Geld kosten darf. Open Source ist eine wichtige Verteidigungsline des noch freien Internets, welches man immer weiter durch Bezahldienste, Internet der Dinge und die vorgefertigte scheinbare Sicherheit von Apps in eine Mehrklassen Gesellschaft umstrukturieren will. Ein Netz in dem man durch einen Fingertipp auf Kacheln in rasanter Geschwindigkeit zielgerichtet zu Bezahldiensten geleitet wird, welche gigantische Bandbreiten verschlingen und in der keine ergebnisoffene Suche mehr möglich ist, in so einem Netz will ich nicht landen. Aus einem Netz aus dem jeder staatliche und kommerzielle Hampel mein Verhalten ablesen, meinen Rechner manipulieren, oder Schadsoftware auf meine Rechner kloppen kann steige ich nun schon mal aus - MIT LINUX!  Die Hard- und Software für meinen neuen Rechner habe ich schon und Dienstag habe ich Urlaub, dann wird der erste Schritt zu meiner digitalen Unabhängigkeitserklärung getan und ich fühle mich verdammt gut dabei!


Liebe Grüße

Euer Micha