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Donnerstag, 21. April 2016

Erpressung von "Lizenzgebühren" für verändertes Saatgut



Bildquelle: Brot für die Welt


Schon in der Schule haben wir gelernt das der Bauer ein Teil der Aussaat oder Ernte zurück behält um im nächsten Jahr erneut aussähen zu können. Seit Anbeginn der zivilisierten Menschheitsgeschichte wurde durch dieses sogenannte "Bauernprivileg" die Sesshaftigkeit und Siedlungsbildung der Menschen ermöglicht. Seit dem UPOV (Übereinkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen) von 1991 allerdings soll dies nun nicht mehr so sein. Weltweit sollen die Bauern (obwohl sie ihr Saatgut rechtmäßig erworben haben) beim Nachbau (Neuaussaat) nun eine Gebühr "zum Schutz des geistigen Eigentums" auf jedes neue Korn bezahlen. Sogar die Ärmsten der armen Bauern in Afrika sollen nach den verschärften WTO-TRIPS von 2006 für eine Neuaussaat "Lizenzgebühren" bezahlen. Das Ergebnis solcher Vereinbarungen ist der Eintritt der Bauern in die Abhängigkeit von Agra-Zuchtkonzernen - und das weltweit. Solche Bausteine sind im Übrigen Mitschuld an den Verschlechterungen der Nahrungsmittelversorgung in vielen Teilen der Welt!

Dies war die Vorgeschichte zu einem bösen Brief den die "Saatgut-Treuhandgesellschaft" (übrigens ein Inkasso-Unternehmen) nun an tausende deutscher Bauern versendet hat. Demnach beklagt diese "Gesellschaft" das mangelnde Meldeverhalten der deutschen Bauern und droht mit Schadenersatzklagen oder gar Strafanzeigen im Auftrag der Saatgutindustrie. Denn nur durch die konsequente Meldung über das verwendete Saatgut kann diese "Abgabe" von den Bauern abgepresst werden. Je nach Größe eines Hofes geht es um Hunderte oder sogar Tausende Euro für den Einzelbauern. Und dieses bei ständig steigenden Kosten und dem Preisdumping der Lebensmittelindustrie mit dem die Bauern seit Jahren zu kämpfen haben.

Die Saatgutfirmen und besonders die Firma DSV (Deutsche Saatgutveredelung) argumentieren mit den hohen Forschungskosten welche durch diese Abgaben wieder amortisiert werden sollen, allerdings sind solche "Entwicklungskosten" bereits im Verkaufspreis enthalten. Kein Betriebswirt wird ein Produkt produzieren und veräußern lassen ohne die Herstellungs- und Entwicklungskosten in die Kalkulation einfließen zu lassen, es geht also nur um Abzocke. Überdies - würde man der Argumentation der Saatgutindustrie folgen, könnten die Bauern diese Abgabe verrechnen und würden sogar noch etwas herausbekommen.

Haben die Landwirte nicht seit hunderten von Jahren in mühevoller und generationsübergreifender Arbeit erst das Saatgut kultiviert und es so zur Massenernährungsreife gebracht?! Dann kommt da plötzlich ein hergelaufener Konzern des Weges und verlangt nach dem ordnungsgemäßen Kauf seines Saatgutes ein zweites mal Bezahlung?! Mit welchem Recht.....? Achsoo die Industrie hat ja ein einziges Gen verändert...!
Und was ist mit den übrigen 29.999 Genen eines Getreidekorns? Haben die Bauern diese Unzahl an Genen nicht ebenfalls über Jahrtausende hinweg durch mühevolle Kreuzung erst entsprechend verändert, damit so ein Ausbeuterverein sein beknacktes Einzelgen überhaupt künstlich verändern kann?! Na klar!!! Durch Züchtungen von Landwirten sind nämlich vielfältige Sorten entstanden, die an die lokalen Bedingungen, wie Klima und Boden, ideal angepasst sind. Sowohl das Saatgut als auch das Wissen um Methoden und Ergebnisse werden an die Gemeinschaft weitergegeben und somit überhaupt die Grundlagen geschaffen. Von dieser Tatsache hat wohl auch der Multi profitiert - oder etwa nicht?!

Und dann tut sich noch so ein "Verein" wie der DSV in dieser Sache hervor, welcher laut BUND bereits positiv auf künstlich genveränderten Raps getestet wurde - was er natürlich abstreitet. Da von Seiten der Saatgutindustrie nunmehr in diesem Zusammenhang unverhohlen mit der Forcierung der Produktspalte Hybrides Saatgut (genannt Einweg- oder Terminatorsaatgut - Vermehrungsunfähig) gedroht wird, ist davon auszugehen das hier nicht das "geistige Eigentum" sondern die satten Zusatzgewinne der Konzerne geschützt und ausgebaut werden sollen! Es ist wie immer - Handelsabkommen schaden den Menschen und nutzen in der Hauptsache vorwiegend den Konzernen! Passt irgendwie ins Bild - meint Ihr nicht?!

Liebe Grüße

Euer Micha

Quellen: 


Bis jetzt ein scheiß Jahr...



Nachdem meine Mutter am Anfang des Jahres nach kurzer schwerer Krankheit verstorben war kam natürlich die Verwaltungswelle auf uns zu. Beerdigung, Trauerfeier, Abmeldungen sowie ihre Wohnungsauflösung nahmen unsere komplette Energie in Anspruch. Besonders die Haushaltsauflösung hatte es in sich, meine Mom hatte nämlich einen Riesenhaushalt in dem sie für Generationen vorgesorgt zu haben schien. Unser Haus ist jetzt noch ein riesen Lager. Mein Arbeitgeber gestand mir in großzügiger Weise einen Tag Sonderurlaub für dieses Drama zu und das war noch nicht alles an "Freundlichkeiten"!

Noch während wir nach dem Jahreswechsel um das Leben meiner Mutter kämpften bekam ich immer mehr und unsinnigere Aufträge durch meine Firma zugeschustert. Fernab von meiner Ausbildung als Radio- und Fernsehtechniker sollte ich ohne vernünftige Zusatzausbildung Starkstromgeräte sowie deren Anschlüsse reparieren. Es folgten Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, Spülmaschinen, Dunstabzugshauben, Untertischgeräte, Durchlauferhitzer, Wäschetrockner (inkl. Wärmepumpe) sowie die gesamte E-Herd Technik inkl. Induktion. Aber damit noch nicht genug. In einem drei Tage andauernden Lehrgang sollte mir im Schnellverfahren der Ausbildungsberuf des Kältetechnikers eingebläut werden. Und denkt Ihr das war alles...nöööö!

Zweiradmechaniker für E-Bikes sollte ebenso von mir im "Do it yourself Verfahren" erlernt werden wie Smarthome-Fenster- und Rolloanlagen-Monteur. Natürlich alles ohne Lohnanpassung und entsprechende Ausbildung! Ist ja klar das man in Deutschland mittlerweile fünf Facharbeiterberufe ausübt, um dafür noch nicht einmal mit dem Tariflohn für Einen entlohnt zu werden. Mein Kernbereich Unterhaltungselektronik (LCD TV und Hifi) hat man mir natürlich gestrichen...angeblich gab keine Aufträge mehr.

Zugeklatscht mit bis zu 9 Aufträgen am Tag sollte ich also ohne entsprechende Ausbildung innerhalb von 8 Stunden sämtliche Gerätegruppen aller möglichen Hersteller reparieren. Vollkommen unmöglich, sowas unter Einhaltung aller Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften durchzuführen, zumal die Produktqualität vieler Hersteller  gelinde ausgedrückt als gefährlich zu bezeichnen ist. Also habe ich nun meinen Arbeitgeber nach vier Jahren in den Wind geschossen - natürlich nicht ohne eine Alternative.

Nach dem die letzten Wochen neben der Trauer, der Arbeit, zusätzlich von Ebayorgien und Müllfahrten dominiert wurden, rollte noch eine PC-Kaputtphase in der Familie über mich hinweg. Nun da fast alles erledigt ist, werde ich am 02.05.16 einen neuen Job antreten. Für das gleiche Einkommen jeden Tag um 15:00 Zuhause bei der Familie zu sein - DAS HAT PRIORITÄT!!! Meine arme Mutter hat nun nicht mehr viel davon das ich von jetzt an mehr Zeit für die Familie habe! Übrigens nehme ich mit diesem privaten Einblick in die letzten Monate auch wieder das Schreiben kritischer Artikel auf...Danke für Eure Treue!

Liebe Grüße

Euer Micha